Gespräch Matthias R. Entress mit Helmut Menzler, dem Cellisten des Pellegrini Quartetts, über die Begegnung mit Grosskopfs Musik.

Helmut Menzler: Ja, es war eine extrem eigenartige Musik, die man sich vom Notenbild her gar nicht so richtig vorstellen konnte, wie die klingt. Wir haben uns dann alles Mögliche gedacht und haben das sorgfältig einstudiert, also die Probleme sind hauptsächlich in der Intonation, im Tonsystem, er arbeitet mit Obertönen und Obertonverhältnissen; die Notation ist an und für sich ganz einfach, was die Takte betrifft, also im Grunde kann man sagen, alles im 4/4-Takt notiert, ja – aber wie so oft bei Neuer Musik, (…) der entscheidende Groschen fällt erst, wenn der Komponist selbst kommt und mit einem arbeitet, und das war denn auch so. Eine der Hauptsachen, die Grosskopf selbst bei der Probe gesagt hat, das war „Ja spielen Sie einfach genau das, was da steht.“ Und er saß immer so da, beide Ohren in Richtung, um die Harmonik eigentlich zu hören, und ich finde, ja, friedlich ist die Musik, aber die Brisanz liegt in dieser Harmonik und in der Tonhöhenorganisation.

aus der Rundfunksendung "Plejadenwanderung, Ein Streifzug durchs Werk des Komponisten Erhard Grosskopf" von Matthias R. Entreß, Produktion Deutschlandradio Kultur (2008)


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